Wenn Softwareentwicklung zur Orchestrierung wird
“Meine Rolle wird mehr Architekt, mehr Orchestrator und mehr Überwacher”, so beschreibt Jan Pfrommer im Podcast mit Host Dave König und den weiteren Gästen Benedikt Backhaus und Christian Reineke die Veränderungen, die er bereits heute in seinem Arbeitsalltag erlebt.
Während KI-Systeme immer größere Teile der Implementierung übernehmen, verschiebt sich der Schwerpunkt menschlicher Arbeit. Entwicklerinnen und Entwickler beschäftigen sich zunehmend mit Planung, Kontextsteuerung, Qualitätskontrolle und Architekturentscheidungen. Die Fähigkeit, komplexe Systeme zu strukturieren und KI sinnvoll einzusetzen, wird wichtiger als das reine Schreiben von Code.
Gleichzeitig steigt die Produktivität enorm. Ideen lassen sich schneller testen, Prototypen entstehen in Stunden statt Wochen und neue Produkte erreichen deutlich schneller die Marktreife.
Geschwindigkeit wird zum Erfolgsfaktor
Für Benedikt Backhaus steht vor allem ein Aspekt im Mittelpunkt: “Wir müssen einfach massiv umdenken an ganz vielen Stellen.”
Sein Appell an Unternehmen ist eindeutig: Jahrespläne müssen zu Monatsplänen werden, Monate zu Wochen und Wochen zu Tagen. Die Geschwindigkeit technologischer Entwicklung hat ein Niveau erreicht, das klassische Entscheidungsprozesse zunehmend überfordert.
Viele Organisationen investieren inzwischen in KI-Schulungen und Workshops. Häufig scheitert die Umsetzung jedoch nicht am Wissen der Mitarbeitenden, sondern an fehlenden Freiräumen und zu restriktiven Rahmenbedingungen. Wer Innovation ermöglichen möchte, muss den Menschen auch erlauben, neue Werkzeuge produktiv einzusetzen.
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Europas Herausforderung liegt in der Umsetzung
Auch Christian Reineke sieht großen Handlungsbedarf: “Diese Energie sollten wir nutzen.”
Europa verfüge über starke Forschung und hervorragende Fachkräfte. Dennoch drohe der Kontinent bei der wirtschaftlichen Nutzung von KI-Technologien zurückzufallen. Während amerikanische Unternehmen neue Märkte erschließen und chinesische Anbieter massiv investieren, fehle es in Europa oft an Geschwindigkeit und konsequenter Skalierung.
Die Diskussion zeigt dabei deutlich: Nicht die Technologie selbst ist das Problem. Entscheidend ist, wie schnell Organisationen neue Möglichkeiten erkennen, erproben und produktiv einsetzen.
Fazit
Die Zukunft der Softwareentwicklung wird nicht durch einzelne Tools entschieden. Erfolgreich werden jene Unternehmen und Fachkräfte sein, die bereit sind, neue Rollen anzunehmen, Verantwortung neu zu denken und mutig zu experimentieren. KI-Agenten verändern bereits heute die Art, wie Software entsteht – und die eigentliche Herausforderung besteht darin, mit dieser Geschwindigkeit Schritt zu halten.
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Fünf Editionen, viele Perspektiven
DOAG VOICES erscheint mit wechselnden Hosts und Schwerpunkten, die das breite Spektrum der DOAG-Community abbilden:
- DOAG VOICES People – Ein Mensch im Fokus
Persönliche Geschichten, die zeigen, was hinter Fachwissen steckt.
- DOAG VOICES FutureAI – KI im Hier und Morgen
Gespräche über Künstliche Intelligenz, Ethik und Zukunftsvisionen.
- DOAG VOICES DataWorld – Von Analytics und Solutions
Von Data Lakes über Analytics bis zu intelligenten Architekturen.
- DOAG VOICES CloudTalk – 100 % Cloud-Computing
Wie Cloud-Technologien Unternehmen sowie Entwicklerinnen und Entwickler verändern.
- DOAG VOICES DevLand – The Next Generation Of Development
Moderne Softwareentwicklung zwischen Wandel und multiplen Perspektiven.
DOAG VOICES – einzigartige Stimmen aus der Welt der IT. Folge 38 erscheint amDienstag, 16. Juni 2026.

